Wissen aus der Praxis.

Drei Themen, an denen sich entscheidet, ob eine Wärmepumpe gut läuft.

HeizlastAbgleichWärmepumpe und PV

Heizlast

Warum die Wohnfläche nicht reicht.

Eine Wärmepumpe wird nach der Heizlast des Gebäudes ausgelegt: nach der Wärme, die an den kältesten Tagen nachgeliefert werden muss.

Pauschale Werte pro Quadratmeter sind dafür zu grob. Ein saniertes und ein unsaniertes Haus mit gleicher Fläche haben völlig unterschiedliche Heizlasten. Berechnet wird deshalb raumweise nach DIN EN 12831 aus Bauteilen (Wände, Dach, Boden, Fenster), Lüftung und gewünschten Raumtemperaturen.

Warum das Ergebnis zählt

Ist das Gerät zu groß, taktet es häufiger, arbeitet weniger effizient und kostet in der Anschaffung mehr. Ist es zu klein, muss der Heizstab einspringen oder es wird nicht warm genug.

Das brauche ich von dir

  • Baujahr und Sanierungsstand
  • Verbrauchswerte der letzten Jahre
  • Grundriss oder Raumliste
  • Art und Größe der Heizkörper oder Flächenheizung

Vorlauftemperatur testen

In vielen Bestandsgebäuden lässt sich die Vorlauftemperatur der alten Heizung testweise absenken. Bleibt es dabei auch in kalten Phasen warm genug, ist das ein gutes Zeichen für den Einsatz einer Wärmepumpe.

Hydraulischer Abgleich

Verfahren B in fünf Schritten.

Jeder Heizkörper oder Heizkreis bekommt genau die Wassermenge, die er für seinen Raum braucht.

Ohne Abgleich erhalten nahe Heizkörper zu viel Wasser und entfernte zu wenig. Die Folgen sind kalte Räume, Strömungsgeräusche und eine hohe Rücklauftemperatur, die die Wärmepumpe ineffizient macht. Bei Förderanträgen für Wärmepumpen im Bestand wird der Abgleich nach Verfahren B in der Regel verlangt und mit einem Protokoll nachgewiesen.

  1. Raumweise Heizlast berechnen
  2. Heizflächen und Ventile erfassen
  3. Volumenströme und Voreinstellwerte berechnen
  4. Ventile und Pumpe einstellen
  5. Ergebnis im Protokoll dokumentieren

Wärmepumpe und PV

Zusammen planen, nicht nur zusammen installieren.

Photovoltaik und Wärmepumpe ergänzen sich, aber nicht von selbst.

Im Sommer liefert die PV viel und die Heizung braucht wenig, im Winter ist es umgekehrt. Deshalb entscheidet die Planung, wie viel Solarstrom tatsächlich in der Wärmepumpe landet.

Diese Hebel gibt es

  • Warmwasser tagsüber bereiten, wenn die Sonne scheint
  • Pufferspeicher als Wärmespeicher nutzen
  • Eine Regelung wählen, die auf Überschussstrom reagieren kann
  • Einen Batteriespeicher passend zum Verbrauch dimensionieren, nicht pauschal

Realistisch bleiben

Im Winter deckt PV nur einen kleinen Teil des Strombedarfs der Wärmepumpe. Der Vorteil liegt vor allem in Übergangszeit und Sommer. Wie sich das für dein Haus rechnet, hängt von Verbrauch, Strompreis und Einspeisevergütung ab und kommt mit dem Angebot.

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